Die fleißigen Bauarbeiter von Karls Erlebnis-Dorf in Elstal waren auch während des Corona-Lockdowns alles andere als untätig. Sie haben sich zwei neue Attraktionen ausgedacht, die bereits am 21. Mai an den Start gegangen sind. Die „LPG Rote Rübe“ ist eine Feldbahn, die Kinder und ihre Eltern ganz gemütlich durch das ganze Erlebnis-Dorf kutschiert. Wem nach einer Fahrt in der hölzernen K2-Achterbahn der Sinn nach noch mehr Action steht, probiert stattdessen den „Fliegenden Regenschirm“ aus. (ANZEIGE)
Da haben die kreativen Köpfe bei Karls einmal wieder den richtigen Riecher gehabt. Die Kinder stehen Schlange an der Bahnsteigkante zur neuen „LPG Rote Rübe“.
Die knallrote Feldbahn, die neuerdings mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu fünf Stundenkilometern durch das Erlebnis-Dorf zuckelt, ist eine tolle Attraktion insbesondere für die ganz kleinen Besucher. Zehn Minuten braucht das vollelektrisch betriebene Gefährt, um den 750 Meter langen Rundparcours zu absolvieren. Auf der Fahrt lernen auch ausgewiesene Karls-Fans das Areal bei Elstal noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Dabei können sich die Fahrgäste auch gleich die Attraktionen herauspicken, die unbedingt auf die To-Do-Liste rücken sollten.
Die Bahn ist an jedem Tag von 10 bis 18 Uhr unterwegs. Eine Fahrt kostet drei Euro. Kinder unter 90 Zentimeter Körpergröße fahren umsonst. Das gilt natürlich auch für alle Besucher, die eine Tages- oder Jahreskarte haben.
Wie immer gibt es bei Karls etwas zu lernen, das gilt auch für die Bimmelbahn. So erfahren die Kinder während der ganzen Fahrt, wie aus Zuckerrüben der Gelierzucker gewonnen wird, der etwa in der Karls Erdbeermarmelade zum Einsatz kommt. Die Mitfahrenden erfahren aber auch, dass das Kürzel „LPG“ zu alten DDR-Zeiten noch für „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“ stand. Da die Karlsianer äußerst gern alte Dinge aufgreifen und ihnen eine neue Aufgabe oder einen neuen Sinn geben, wurde auch das Kürzel „LPG“ kurzerhand neu definiert. Es steht jetzt für „Letztens pünktlich gewesen“.
Bei Karls darf man sich nicht wundern, dass auch die neue Lok aus vielen gebrauchten Dingen besteht, denen man ein zweites Leben geschenkt hat. Dass aber die Lokführerkabine aus einer alten englischen Telefonzelle gebaut wurde: Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen!
Der Fliegende Regenschirm
Karls hat ja ganz klar die Idee im Hinterkopf, die Erlebnis-Dörfer nach und nach zu großen Freizeitparks umzubauen. Dazu gehören auch nervenaufreibende Fahrgeschäfte für die ganze Familie, die für aufschäumendes Adrenalin in den Adern sorgen. Die hölzerne K2-Achterbahn in der Kartoffelwelt in Elstal war bereits ein erster großer Schritt in diese Richtung: Wo sonst im Großraum Berlin kann man ganzjährig bei einer Achterbahn mitfahren, die diesen Namen auch verdient hat?
Nun sattelt Karls noch einen drauf und stellt den „Fliegenden Regenschirm“ vor. Das neue Fahrgeschäft klingt vom Namen her erst einmal relativ harmlos. Es ist in der neuen Wetterwelt zu finden und soll spielerisch aufzeigen, wie Wind und Regen den zarten Erdbeerpflänzchen ganz schön heftig zusetzen können.
Der „Fliegende Regenschirm“ ist ein neues Fahrgeschäft, das zunächst ein großes Rondell präsentiert. An dessen Außenkante sind gepolsterte Sitze für bis zu 40 Personen zu finden. Die Fahrgäste nehmen mit dem Gesicht nach außen auf ihren Sitzen Platz. Sicherheitsbügel stellen sicher, dass während der Fahrt niemand auf die Idee kommt, diesen Platz zu verlassen.
Der „Fliegende Regenschirm“ saust nämlich schon bald mit bis zu 70 Stundenkilometern und in einer Höhe von bis zu 17 Metern über geschwungene Gleise hinweg – und dreht sich dabei auch noch um sich selbst. Da kribbelt der Bauch, fliegt einem die Mütze vom Kopf und krallen sich die Hände in den Griffen fest. Tatsächlich ist der „Fliegende Regenschirm“ auf der nach oben hin offenen Krasses-Fahrgeschäft-Skala noch um einige Punkte über der K2-Achterbahn anzusiedeln.
Eine Fahrt kostet 4,50 Euro, einsatzbereit ist der „Regenschirm“ an jedem Tag von 10 bis 18 Uhr. Kinder, die mitfahren möchten, müssen sechs Jahre alt und 120 Zentimeter groß sein. Besitzer einer Tages- oder Jahreskarte fahren umsonst.
Unser Tipp: Unter der Woche und vor 15 Uhr, wenn vor allem die Eltern mit ganz kleinen Kindern im Erlebnis-Dorf anzutreffen sind, hat man die besten Chancen, auf die Schnelle einen Platz im „Fliegenden Regenschirm“ zu finden. (Text/Fotos: CS)
Info: Karls Erlebnis-Dorf Elstal, Zur Döbritzer Heide 1, 14641 Wustermark, www.karls.de
Interview Robert Dahl
Für Robert Dahl und seine Karls Erlebnis-Dörfer kamen die Eindämmungsverordnungen rund um die Corona-Pandemie zur absoluten Unzeit: Das Unternehmen hatte gerade jeden freien Euro in den weiteren Ausbau seiner Themenwelten und Fahrgeschäfte investiert – und musste von jetzt auf gleich den umsatzstarken Betrieb seiner Märkte und Attraktionen eindämmen oder einstellen – und das über viele Wochen hinweg. Carsten Scheibe sprach mit Robert Dahl über die letzten Monate – die nicht leicht waren, aber Karls-typisch die Geburtstunde für zahlreiche neue Karls-Ideen waren.
Haben Sie den Corona-Lockdown gut überstanden?
Robert Dahl: „Sagen wir es so, wir haben ihn überstanden. Wir haben ja Gottseidank noch unsere Erdbeeren verkaufen dürfen. Zum Glück waren unsere Märkte in den Karls Erlebnisdörfern systemrelevant, sodass wir immerhin zu einem gewissen Teil Brot und Brötchen, Kuchen und Lebensmittel anbieten durften.
Viele Bereiche unserer Erlebnis-Dörfer standen aber komplett still. Der fehlende Umsatz hat uns weh getan, aber natürlich auch all unseren Kooperationspartnern, die ja über uns ihre Waren verkaufen. Wir haben viele Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen und hier das Geld zum Teil aus eigenen Mitteln noch einmal aufgestockt. Wir waren froh, dass wir zum Ende hin helfen und bei Karls ein eigenes Testzentrum installieren konnten. Damit hat Karls ein starkes Angebot für die Region auf die Beine gestellt, konnte zugleich aber auch wieder den betroffenen Mitarbeitern ein volles Gehalt zahlen. Inzwischen erleben wir mehr und mehr Normalität bei Karls: Langsam kehren wir – mit einem blauen Auge – zum alten Status Quo zurück.
Besonders leid hat es mir übrigens getan, dass wir bislang noch keine neue Karls Eiswelt installieren konnten. Die Eiskünstler waren gebucht und standen mit Skizzenbuch und Säge parat, durften wegen Corona aber leider nicht zu uns reisen.“
Der stark erweiterte Karls Online-Shop, ein eigener Fernsehkanal im Internet, Karlchens Hörspiele auf CD für Kinder: Sie haben sich während des Lockdowns einiges einfallen lassen! Not macht erfinderisch?
Robert Dahl: „Und ob! Wenn wir bei Karls eins können, dann ist das, kreativ zu sein. Wir sind es bereits in guten Zeiten. Die Pandemie hat aber gezeigt, dass die Karlsianer auch in schlechten Zeiten nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern gemeinsam überlegen: Wenn das eine nicht geht, was geht denn dann?
Online sind wir nun viel, viel besser aufgestellt. Und dass wir mit den ‚Strawberry Studios‘ jetzt sogar einen eigenen Fernsehsender mit täglichen Live-Shows haben: Wer hätte das denn für möglich gehalten? Es ist sogar machbar, per Mausklick aus der Show heraus Bestellungen im Karls-Shop aufzugeben. Dieses Online-Angebot wird auch nach Corona nicht eingestellt, sondern eher noch weiter ausgebaut. Es ist ein wichtiger neuer Bestandteil in der Karls-Angebotspalette, die somit noch sicherer auf einer weiteren Säule steht.
Karlchens Hörspiele sind ebenfalls eine tolle Neuentwicklung. Sie sind zusammen mit der Berliner Firma Kiddinx enstanden, in der auch die Benjamin-Blümchen- und Bibi-Blocksberg-Hörspiele erscheinen. Wie cool ist das denn?“
Bekommen wir denn in diesem Jahr noch eine neue Eiswelt?
Robert Dahl: „Wie ich unseren Othmar Schiffer-Belz kenne, arbeitet er bereits daran – und trommelt seine Künstler zusammen.“ (Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 184 (7/2021).
Der Beitrag LPG Rote Rübe und Fliegender Regenschirm: Karls Erlebnis-Dorf mit zwei neuen Fahr-Attraktionen! erschien zuerst auf Unser Havelland (Falkensee aktuell).